Weg der Erneuerung

Die Schweizer Bischofskonferenz (SBK), eine Delegation des Frauenrates der SBK und eine Delegation des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes (SKF) haben gemeinsam den Weg der Erneuerung eingeschlagen.

Die erste Begegnung fand im Rahmen des Prozesses «Gemeinsam auf dem Weg zur Erneuerung der Kirche» im Herbst 2020 statt. Von den gemeinsam von SBK und SKF anvisierten Zielen konnten nicht alle erreicht werden. Fruchtbar war die Begegnung trotzdem.

 

Was wir von den Bischöfen erwarten

Noch nie haben Schweizer Katholikinnen mit so viel Nachdruck so konkrete Forderungen für eine geschlechtergerechte Kirche gestellt. Beim Ad Limina-Besuch in Rom präsentierten die Schweizer Bischöfe Papst Franziskus sieben Erwartungen für eine geschlechtergerechte katholische Kirche. Damit wurden sie der ersten Erwartung gerecht. Erarbeitet wurde der Katalog von einer Arbeitsgruppe aus Mitgliedern der Schweizer Bischofskonferenz SBK, dem Frauenrat der SBK und dem Schweizerischen Katholischen Frauenbund SKF im Rahmen des Prozesses «Gemeinsam auf dem Weg zur Erneuerung der Kirche».

Der Schweizerische Katholische Frauenbund fordert, dass die gemeinsam erarbeiteten Massnahmen ernstgenommen werden.

  1. Die Ergebnisse der Begegnung vom 15.09.2020 werden am ad limina Besuch der SBK in Rom traktandiert. Bischof Denis Theurillat wird seitens der Arbeitsgruppe von SKF und SBK bei der Formulierung der von ihm gewünschten Interpellation unterstützt. 
  2. Bei der Deutschschweizerischen Ordinarienkonferenz DOK und der Conférence des ordinaires de la Suisse romande COR wird je eine Ombudsstelle/Anlaufstelle für Gleichstellungsfragen geschaffen. 
  3. Für zur sakramentalen Sendung bereite Frauen sollen für spezifische Aufgaben Formen geschaffen werden. Das heisst konkret, dass Frauen von Bischöfen offiziell beauftragt werden, z.B. zu taufen oder die Krankensalbung zu spenden.
  4. Die Organisation des Frauenrates der SBK hinsichtlich Aufgaben, Zusammensetzung, Kompetenzen und Mittel wird geklärt. 
  5. Auf allen kirchlichen Stufen werden Quoten bezüglich der Vertretung von Frauen in Leitungsgremien definiert. Frauen werden verbindlich in die Entscheidungsprozesse einbezogen. 
  6. Für die Vollversammlungen der SBK werden Frauen mit beratender Stimme als ständige Teilnehmerinnen ernannt. 
  7. Nach den noch geplanten Begegnungen mit einer Vertretung der Römisch-Katholischen Zentralkonferenz der Schweiz (RKZ), einer Vertretung aus dem Kreis der Jugendverbände und -bewegungen sowie mit Vertretungen aus den Orden/Kongregationen/kirchlichen Bewegungen, Missionen und Pfarreien findet eine Auswertungssitzung an der Sommervollversammlung 2021 mit allen am Prozess Beteiligten statt.

Neue Perspektiven auf das Feiern von Sakramenten

Wer soll in Zukunft Sakramente spenden? Nur Geistliche oder auch nicht-geweihte Seelsorgende? Diese Frage betrifft besonders Frauen, weil sie ihre pastoralen Kompetenzen in der Kirche nur unzureichend einsetzen können.

In Anbetracht des Priestermangels ist es längst keine reine Gleichstellungsdebatte mehr, denn auch in der Schweiz können die Bedürfnisse von Menschen nach seelsorgerischer Nähe nicht immer gestillt werden, weil geweihte Amtsträger für das Vorstehen von Sakramentenfeiern fehlen.

Rund 100 Personen diskutierten deshalb an der Fachtagung «Sakramentalität und Kirche». Die Veranstaltung fand am 6. September an der Universität Fribourg statt und wurde von der Schweizer Bischofskonferenz (SBK), dem Frauenrat der SBK sowie vom Schweizerischen Katholischen Frauenbund (SKF) organisiert. Die Veranstaltung ging als eine der sieben Erwartungen aus dem Prozess «Gemeinsam auf dem Weg zur Erneuerung der Kirche» hervor.